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Zum Tode verurteilt

Im Studium musste ich vor kurzem ein Kurzreferat vorbereiten zum Thema „Todesstrafe“. Ein Thema, mit dem man ich mich bisher nicht so wirklich beschäftigt habe. Umso mehr treffen mich die Informationen, die ich nun für das Referat gesammelt habe. Im Jahr 2017 wurden in 23 Ländern 993 Menschen hingerichtet. Ich möchte nicht schreiben grundlos, denn natürlich geht jeder Hinrichtung eine Straftat und eine richterliche Verurteilung voraus. Die Gründe dafür sind je nach Land unterschiedlich. In manchen Ländern geht es tatsächlich um schwerwiegende Straftaten wie Mord, Vergewaltigung, Raub. Oft sind aber auch Verrat oder Bestechung. Aber auch Gründe wie z.B. das „Verteilen von christlichen Bibeln“ in beispielsweise in China ein Grund für das Todes-Urteil. Ebenso gibt es Länder, da ist Homosexualität ein Grund für die Todesstrafe.

In allen Ländern ist die Zahl der zum Tode verurteilten wesentlich höher, als die tatsächlich hingerichteten. So verzeichnet Amnesty International allein im letzten Jahr 2.591 Todesurteile in 53 Ländern. Die Prozedur bis es dann zur Hinrichtung kommt ist in den Ländern sehr unterschiedlich. Ebenso die Hinrichtungsart. Der „Elektrische Stuhl“ ist wohl am Bekanntesten. Andere Formen sind Erhängung, Steinigung, Enthauptung oder Erschießen. Aber auch der Einsatz von Giftspritzen oder Gaskammern ist in einigen Ländern durchaus üblich.

Gut 70 Jahre ist es her, dass in West-Deutschland das letzte Todesurteil ausgeführt wurde. In der ehemaligen DDR wurde die Todesstrafe erst am 17. Juli 1987 abgeschafft. Das ist gerade mal 30 Jahre her!! Todesstrafe ist kein Thema, dass also im Mittelalter irgendwann mal wichtig war und jetzt nur in ganz weit entfernten Ländern ab und zu mal durchgeführt wird. Nein. Auch in Belarus, einem europäischen Land  wurden im Jahr 2017 mindestens zwei Hinrichtungen vollstreckt und vier neue Todesurteile verhängt. Bestrafung durch den eigenen Tod geschieht also auch noch auch in Europa.

Ich möchte und kann hier nicht auf alle Details, Hintergründe und Fakten eingehen. Das würde einen Blogbeitrag bei weitem übertreffen. Was ich aber möchte ist, Augen zu öffnen für ein Thema, dass ich persönlich bisher viel zu wenig beachtete. Die Menschenrechte sagen eigentlich aus, dass jeder Mensch unteilbare Recht hat, die ihm unter keinen Umständen genommen werden können. Und auch für mich ist klar: Jedem Menschen steht seine Würde „Mensch sein“ zu. Dass Vergehen und Straftaten verfolgt und bestraft werden müssen, steht außer Diskussion – doch denke ich, dass es dafür andere Wege und Formen gibt.

 

„Die Todesstrafe ist keine angemessene Antwort auf Mord und Kriminalität. Wo sich der Staat zum Richter über Leben und Tod aufschwingt, nimmt nicht Gerechtigkeit ihren Lauf, sondern Rache und Vergeltung. Staaten können nicht gleichzeitig die Menschenrechte achten und die Todesstrafe verhängen und vollstrecken.“

(Amnesty International)

 

 

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