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Fastenmonat Ramadan

Am vergangenen Mittwoch begann für die Muslime der Fastenmonat Ramadan.  Dieser dauert bis 15. Juni 2018. Es ist ein besonderer Monat und das nicht nur, weil alle Muslime auf der ganzen Welt in dieser Zeit vom Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang auf Essen und Trinken verzichten. Neben diesem „äußerlichen“ Fasten gibt es auch eine Art „inneres“ Fasten. So versuchen alle Fastenden z.B. auch, weniger Schlechtes über andere zu reden. Zudem haben während des gesamten Fastenmonats Ramadan, der übrigens zu den 5 Säulen des Islams gehört, Gottesdienste und das Gebete einen sehr hohen Stellenwert.

Dabei geht es den Muslimen natürlich auch nicht darum in dieser Zeit möglichst viel Gewicht zu verlieren, um dann mit einer guten Figur in den Sommer zu starten. Ganz im Gegenteil. Die einzige Absicht ist das Wohlgefallen Gottes – das Fasten bleibt nämlich bedeutungslos und leer, meint es der Fastende nicht ernst. Der Fastenmonat ist, so könnte man sagen, ein Monat der Beziehungspflege zwischen dem Gläubigen Muslim und seinem Schöpfer. Ein Monat, in dem man mehr über Gott nachdenkt und sich in Nächstenliebe übt.

Das tägliche Fastenbrechen am späten Abend findet oft im Freundes- oder Familienkreis statt, also in (großen) Gemeinschaft(en). Manchmal lädt auch die örtliche Gemeinde dazu sein. Durch die verschobenen Mahl-Zeiten, nämlich frühmorgens (meist vor vier Uhr) und spät abends (nach 22 Uhr) bekommt so im Fastenmonat oft auch das Famlien- oder Gesellschaftsleben eine besondere Bedeutung.

Traditionell wird das Fasten übrigens, nach dem Halten des Abendgebetes, mit dem Essen einer Dattel gebrochen.
Das Fasten an sich ist nichts Neues oder nichts, was der Islam erfunden hat. In fast allen Weltreligionen gibt es Zeiten, in denen gefastet wird. Aber der Islam ist eine Religion, in der fast alle gläubigen Muslime den Fastenmonat sehr ernst nehmen.

Am 15. Juni endet in diesem Jahr der Ramadan. Dann findet das großes Zuckerfest statt, welches drei Tage gefeiert wird. Am Zuckerfest beglückwünschen sich die Muslime und ihr gegenseitiger Wunsch ist es, dass Gott (Allah) das Fasten und die Gottesdienste annehmen möge.

Übrigens: Die Muslime rechnen mit einer anderen Monats- und Jahreszählung, als wir in der westlichen Welt es kennen. Für den Monat Ramadan gehen sie ausschließlich nach dem Mond, weshalb sich der Beginn des Fastenmonats jedes Jahr um ca. zwei Wochen nach vorne verschiebt. So findet der Ramadan mal im Hochsommer, mal im Frühjahr oder Winter statt.

Nach der Rechnung des Islams ist heute der 4. Ramadan 1439.

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