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Eine Orgel zieht um

Was für viele noch unvorstellbar ist, beginnt in diesen Tagen Realität zu werden. Im Zuge der Renovierungsarbeiten des Südtraktes des Klosters bekommt auch die Hauskapelle einen neuen Ort im Kloster. Und weil die Orgel dahin nicht mit umziehen kann, wurde sie verkauft. Am vergangenen (Pfingst-) Montag erklangen während der Vesper die letzten Töne der Orgel – zumindest hier in Benediktbeuern, denn gestern, am Dienstag hat der Abbau der Orgel begonnen.

Die Stimmung während der Vesper war gedrückt, als P. Josip Gregur, der Kirchenmusiker des Klosters Benediktbeuern, ein letztes Mal in die Tasten griff und nochmal alle Register zog. Schade ist es. Sehr schade.

Aber hoffnungsvoll kann es sein. Nämlich dann, wenn wir die Botschaft des Pfingstfestes, welches wir am selben Wochenende gefeiert haben, mit hinein nehmen in diese Veränderung. Pfingsten – das Fest, an dem den Jüngern und Jüngerinnen, und somit auch uns, der Heilige Geist gesendet wurde. Der Geist kann auch mit Atem oder mit Wind übersetzt werden. Vom Heiligen Geist gesandt, verkündeten die Jünger Jesu die Botschaft Gottes. Sprachen also von dem, was sie zusammen mit ihrem Freund Jesus erlebt haben und davon, was er ihnen über seinen himmlischen Vater erzählt hat. Es brauchte den Atem (den Wind) Gottes, sonst wären die Jünger stumm geblieben. Zurückgezogen im Obergemach. Irgendwo in Jerusalem.

Auch die Orgel in der Hauskapelle wäre ohne Wind stumm geblieben. Denn sie funktioniert mit einer sog. Windversorgung. Ein Windkanal schickt dann (vereinfacht gesagt) die Luft in die Pfeifen, die dann den Ton hervorbringen. Ohne Wind also auch hier kein hinaus tragen von Tönen und Botschaften – auf die ganz spezielle und schöne Weise einer Orgel eben. Ob es Zufall war, oder Absicht, dass die Orgel am Pfingstmontag das letzte Mal spielte?!?

Der Umzug der Orgel in den vergangenen Tagen ist der Anfang von etwas Neuem – wie auch das Pfingsterlebnis der Anfang von etwas Neuem, sozusagen das Geburtsfest der Kirche, war. Wie das Neue aussieht, was da durch den Umbau auf uns zukommt, dass können wir höchstens erahnen. Manchen macht es Angst, manche gehen festen Mutes hinein, andere zögern noch und warten noch etwas ab – ähnlich wird es den Jüngern wohl auch gegangen sein. Aber eines sollten wir dabei wohl nicht vergessen – dass es der  Geist Gottes ist, dessen Wind uns durch das Leben führt, auch hinein und durch das Neue.

 

 

 

 

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