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Kiro aus Ägypten

Kiro erzählt, wie er die Advent- und Weihnachtszeit in seiner Heimat Ägypten erlebt hat:

An diesem zweiten Adventswochenende sind im Aktionszentrum Christen verschiedener orientalischer Kirchen zusammengekommen um sich kennenzulernen und auszutauschen. Es wird viel Kicker gespielt, gesungen und getrommelt. Wir dürfen sehr vieles voneinander lernen und erleben. Eine schöne, sehr wertvolle Erfahrung. Mit dabei ist auch Kerols (Kiro). Er kommt aus Alexandria in Ägypten, lebt und arbeitet aber seit ein paar Jahren in Deutschland. Er ist koptischer Christ. Wir haben über den Advent und Weihnachten in seiner Heimat gesprochen und er hat mir erzählt, wie dieses Feste bei ihnen gefeiert wird:

„An Silvester putzt die Mama das Haus sauber. Aber richtig gründlich. Und sie fängt früh an. Wir backen an diesem Tag viele viele Kekse und wir kochen etwas leckeres. Am Abend gehen wir in die Kirche. Dort dauert das Gebet bis 1.00 Uhr in der Nacht. Das heißt, dass das neue Jahr schon begonnen hat. Wir wollen das neue Jahr mit Gott beginnen. Wir gehen dann nach Hause und essen miteinander und genießen die Zeit miteinander, essen, quatschen und singen und loben und preisen Gott für das letzte Jahr. Und wir beten darum, dass Gott mit uns ein neues Jahr anfängt.

Wir haben auch eine Krippe. Dafür basteln wir die ganze Zeit kleine Figuren. Wir gestalten es, als ob es echt wäre, mit richtig vielen Kerzen und mit vielen Lichtern. Das macht richtig Freude.

Die Kinder bekommen von jedem Mitglied der Familie richtig viele Geschenke. Sie sind die reichsten an diesem Tag – und die Eltern und Familienmitglieder die Ärmsten. Am 1. Januar gehen die jungen erwachsenen Männer gemeinsam Essen und sind zusammen unterwegs. Sie können viel Geld ausgeben, weil sie es geschenkt bekommen haben.

Wir fasten die ganze Zeit vor Weihnachten. Von 1. Dezember bis 7. Januar. Nur am 1. Januar gibt es eine Ausnahme, weil wir das neue Jahr feiern. Dann fangen wir wieder an zu fasten. Bis 7. Januar.

Am 7. Januar feiern wir die Geburt Jesu. Dann versammeln wir uns bei der Oma. Niemand würde sagen, wir feiern bei Opa. Nein, wir feiern bei Oma. Sie kocht für die ganze Familie. Meine Oma hat neun Kinder. Wir versammeln uns mit der ganzen Familie. Wir treffen uns aber nicht nur zum Essen miteinander, wir machen in dieser Zeit vieles miteinander. Eigentlich sind wir über ganz Ägypten verteilt. Manchmal sehen wir uns ein ganzes Jahr nicht, aber am 7. Januar kommen alle zusammen und wir bleiben eine Woche und unternehmen vieles gemeinsam.

Zuerst ist ein festlicher Gottesdienst. Wir empfangen die Kommunion und nach dem Gottesdienst brechen wir das Fasten. Wir essen Fleisch und Grillen. In Deutschland grillt man fast jeden Tag (im Sommer) – bei uns in Ägypten ist das nicht so. Wir grillen nur an Weihnachten. Und wenn ich mit Freunden hier in Deutschland unterwegs bin, und ich rieche, dass jemand grillt, denke ich an Weihnachten bei uns in Ägypten. Und dann habe ich richtig Freude dran.

Auch am 7. Januar gibt es Geschenke für die Kinder: neue Kleidung. Festtagskleidung, die sie an diesem Tag das erste Mal tragen.“

 

Danke Kiro, dass du Deine Erfahrungen mit uns geteilt hast!

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