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Back in Future

…so heißt ein salesianisches Projekt, das im Frühling 2016 ins Leben gerufen wurde und Jugendlichen in schwierigen Situationen Mut zur bewussten Gestaltung ihrer Zukunft machen möchte. Als ich von dem Projekt hörte, huschte mir ein Lächeln über das Gesicht. Ich dachte an Don Bosco, der schon zu seiner Zeit, als viele Jugendlichen in den Zwängen der aufstrebenden Industrie gefangen waren, an das gute Entwicklungspotenzial dieser jungen Leute glaubte…Und das obwohl viele von ihnen vom Leben gezeichnet waren und schon einiges auf dem Kerbholz hatten. Und ich finde, diese Motivation spürt man auch „Back in Future“ ab. Es soll deshalb unsere Blogreihe zu salesianischen Projekten einläuten.

„Du bist wertvoll, nimm dein Leben wieder in die Hand! – Und entdecke seine Möglichkeiten!“ So könnte man das Leitziel vielleicht zusammenfassen. Jugendliche, die in herausfordernden Lebenssituationen stehen und mit anderen Projekten bisher nicht erreicht wurden, soll Mut gemacht werden zurück auf den Bildungs- oder Berufsweg zu finden. Die jungen Menschen in „Back in Future“ haben oft sehr  viele Probleme gleichzeitig und sind meist von einschneidenden Erlebnissen in ihrem sozialen Umfeld geprägt.

Wie Don Bosco damals, versuchen heute die Mitwirkenden dieses Projekts, den jungen Menschen eine neue Perspektive zu eröffnen. Sie sollen wieder das Gefühl haben dürfen, dass wirklich jemand 24/7 da ist, dass es einen Ort gibt, wo sie sicher sind und dass es Menschen gibt, die für sie da sind – und wenn sie dafür ins Auto steigen müssen. 

Und für Letzteres leisten zu können, hat das Projekt eine ganz neue Errungenschaft: den Beratungsbus. Und den haben die Mitarbeiter der Einrichtung zusammen mit den Jugendlichen gestaltet, wie uns Stefan Müller, Einrichtungsleiter des Don Bosco Jugendwerks Nürnberg, berichtet. Sowohl Inneneinrichtung, als auch Außengestaltung sind handgemacht. Julian Vogel, Künstler und Mitwirkender des Projekts gibt einen kleinen Einblick in die Entstehungsgeschichte:

„Das Interessante war, dass ich nichts vorbereitet habe – also absichtlich nicht. Ich wollte mit den Jugendlichen zusammen das Motiv entwickeln. Und wir haben uns dann ein paar Tage vorher getroffen und ein Brainstorming gemacht.“

Und da kam raus, dass der Bus da sein sollte, um eine Mauer zu durchbrechen – die Mauer der Ausweglosigkeit. Und was mit diesem Durchbruch freigesetzt wird sind Dinge wie Respekt, Toleranz, Heimat, Hilfe und Zukunft. Und das wurde dann auf den Bus gesprayt.

Mit dem Bus haben sich die mitwirkenden Jugendlichen also selbst eine Versinnbildlichung ihres Zieles geschaffen. Etwas, das sie und andere, denen es genauso geht, immer daran erinnern soll, dass es möglich ist diese so unüberwindbar scheinenden Widerstände zu durchbrechen.

Doch wie bei so vielen sozialen Projekten ist die Finanzierung von „Back in Future“ befristet – bis Herbst 2017. Bleibt zu hoffen, dass genug Spender und Sponsoren gefunden werden, damit es weiter gehen kann. Ich jedenfalls hoffe, dass mit dem Bus noch viele Jugendliche erreicht werden und man mit ihnen zusammen die Mauer der Ausweglosigkeit durchbricht – jeden Tag auf’s Neue!

PS: Nächsten Monat wartet ein weiteres salesianisches Projekt darauf entdeckt zu werden 😉

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